Mit dem ZFAC Executive Pulse erhebt der Zukunft.Frauen Alumnae Club einmal im Quartal ein Stimmungsbild unter seinen 450 Mitgliedern. Die heimischen Top-Managerinnen sehen Handlungsbedarf:
- 51 Prozent halten den Wirtschaftsstandort für nicht handlungsfähig
- 43 Prozent wünschen sich Bürokratieabbau
- 81 Prozent nutzen täglich KI
- 56 Prozent sagen, dass es ausreichend qualifizierte Frauen gibt
Die aktuellen Ergebnisse des ZFAC Executive Pulse offenbaren ein bemerkenswertes Spannungsfeld: 47 Prozent der befragten Top-Managerinnen halten Österreich für nicht, weitere vier Prozent für gar nicht handlungsfähig. Die Aussichten für das eigene Unternehmen schätzen rund zwei Drittel (68 Prozent) hingegen positiv oder sehr positiv ein. „Die Ergebnisse sind mehr als ein Stimmungsbild. Sie beschreiben eine zentrale Herausforderung für Österreich: Unternehmen und Führungskräfte wollen gestalten, erleben das Umfeld aber häufig als zu langsam, zu komplex und zu wenig entscheidungsfähig“, kommentiert Karen Fanto, Vorstandsvorsitzende des Zukunft.Frauen Alumnae Clubs (ZFAC) und Direktorin der internationalen Märkte bei Berndorf Bäderbau, das Ergebnis. Unter den am häufigsten genannten Gründen für den Vertrauensverlust in den Wirtschaftsstandort sind die Bürokratie (43 Prozent) und hohe Lohnnebenkosten (38 Prozent). Um Österreich wieder wettbewerbsfähig zu machen, sprechen sich 72 Prozent für einen konsequenten Bürokratieabbau aus, 44 Prozent wollen eine Senkung der Lohnnebenkosten. Investitionen in Bildung und in Fachkräfte halten 36 Prozent für wichtig. Je 33 Prozent sehen einen Hebel in niedrigeren Energie- und Standortkosten sowie in Investitionen in Innovation. „Wenn Bürokratie zur größten Wachstumsbremse wird, ist Entlastung keine Detailfrage mehr, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Österreich hat großes Potenzial. Aber Potenzial allein schafft weder Wachstum noch Arbeitsplätze. Entscheidend sind wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und konsequente Umsetzung“, sagt Karen Fanto.
Cybersicherheit und KI: Vom Tool zur Führungsaufgabe
81 Prozent der Befragten nutzen KI täglich oder mehrmals pro Woche. 83 Prozent gehen davon aus, dass KI die Führungsarbeit in den nächsten drei Jahren stark oder zumindest spürbar verändern wird. Künstliche Intelligenz ist im Top-Führungskräfte-Netzwerk Zukunft.Frauen Alumnae Club längst Realität. Den größten Nutzen sehen die Managerinnen dabei in der Produktivität, Effizienz und der Automatisierung von Routinetätigkeiten. Doch die organisatorische Umsetzung ist noch nicht abgeschlossen: Nur 38 Prozent der Unternehmen verfügen bereits über verbindliche Regeln für den KI-Einsatz. Die größten Hürden sind Datenschutz und rechtliche Unsicherheit, fehlendes Know-how sowie eine fehlende klare Strategie. Das Cyberrisiko schätzt mehr als die Hälfte der Befragten für das eigene Unternehmen als hoch oder sehr hoch ein. 61 Prozent sagen, dass das Thema regelmäßig auf Geschäftsführungs- oder Vorstandsebene behandelt wird.
Entgelttransparenz schafft keine Geschlechterparität
Die Ergebnisse rund um das Thema Frauen in Führung fallen sehr deutlich aus: 56 Prozent der Befragten sagen, dass es in ihrem Unternehmen ausreichend qualifizierte Frauen auf allen Ebenen gibt. Dass qualifizierte Frauen trotzdem zu selten in Top-Positionen aufsteigen, liegt für 64 Prozent an der gläsernen Decke und informellen Machtstrukturen. 45 Prozent kritisieren die fehlende Vereinbarkeit von Karriere und Care-Arbeit und 42 Prozent sagen, dass unbewusste Biases die Besetzungsprozesse beeinflussen. Traditionelle Rollenbilder sehen 23 Prozent als Karrierebremse. Die Entgelttransparenz werde nicht automatisch zu Geschlechterparität führen: 26 Prozent erwarten einen positiven Effekt nur in Verbindung mit entsprechenden Kultur- und Führungsmaßnahmen. „Wir müssen aufhören, Frauen ständig für bestehende Strukturen fit zu machen. Wir müssen Strukturen schaffen, in denen Leistung fair erkannt und gefördert wird. Entgelttransparenz allein schafft noch keine Fairness. Sie wirkt nur dann nachhaltig, wenn auch Führung, Kultur und Karriereentscheidungen nachvollziehbar werden“, sagt Jutta Perfahl-Strilka, Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Zukunft.Frauen Alumnae Club und CEO Hokify.
Fazit: Fünf Impulse für die Zukunft
Aus den Ergebnissen des ZFAC Executive Pulse leitet der Zukunft.Frauen Alumnae Club fünf zentrale Impulse ab:
- Der Wirtschaftsstandort braucht schnellere Verfahren und weniger Bürokratie.
- Unternehmen brauchen Kapital, um in Innovationen zu investieren – deshalb Kosten senken, Betriebe entlasten.
- KI und Cybersecurity auf die Führungsagenda. Es braucht Technologien, aber gleichzeitig Bewusstsein, klare Verantwortlichkeiten und eine Kultur, die Risiken rechtzeitig erkennt.
- Für Chancengleichheit braucht es transparentere Aufstiegswege, aktives Sponsorship und Sichtbarkeit von Frauen in Führung.
- Die Themen Kapital, Technologie, Energie, Talente und Sicherheit müssen gemeinsam auf europäischer Ebene gedacht und behandelt werden.
Die zentralen Signale des ZFAC Executive Pulse wurden in einem White Paper zusammengefasst, das kostenlos zur Verfügung steht: https://zukunftfrauen.club/whitepaper-zum-wirtschaftsstandort-oesterreich-2026/
Termintipp Alpbach: Ein Executive-Pitch für ein starkes Europa
Über die Insights und Impulse für einen handlungsfähigen Wirtschaftsstandort diskutieren in einem Executive-Pitch am 3. September 2026 Karen Fanto (Vorstandsvorsitzende Zukunft.Frauen Alumnae Club und Direktorin der internationalen Märkte Berndorf Bäderbau) und Jutta Perfahl-Strilka (Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Zukunft.Frauen Alumnae Club und CEO Hokify) mit Marie Ringler (Vizepräsidentin European Forum Alpbach).
Donnerstag, 3. September 2026, 10:30–11:30 Uhr
European Forum Alpbach: Bikerei 701
Wir koordinieren vor und nach dem Executive-Pitch gerne Interviews vor Ort. Anfragen an eva.mandl [at] himmelhoch.at
Über Zukunft.Frauen Alumnae Club
Seit 2013 ist der Zukunft.Frauen Alumnae Club eine hochkarätige Vernetzungs-Plattform für mittlerweile über 450 Top-Führungskräfte und Unternehmerinnen in Österreich. 82 Prozent der Mitglieder sind als Vorständinnen, Geschäftsführerinnen oder Bereichsleiterinnen aktiv, 22 Prozent von ihnen als Aufsichtsrätinnen. Der Verein fördert die Sichtbarkeit von Frauen in der Wirtschaft und dient als hochkarätige Vernetzungsplattform für Top-Managerinnen. Laut einem Ranking des Wirtschaftsmagazins trend sind mehr als zehn Prozent der mächtigsten Business-Frauen Österreichs Mitglied im Zukunft.Frauen Alumnae Club. Die Mitgliedschaft ist den Absolventinnen des Führungskräfteprogramms Zukunft.Frauen vorbehalten – eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET), der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Industriellenvereinigung (IV). http://www.zukunftfrauen.club/
