Himmelhoch

Studie der Landesinnung Metalltechnik Wien: Von Zahlencode bis Gesichtserkennung – zunehmendes Vertrauen in digitale Haustürschlösser

Christian Adamovic Innungsmeister WKW Metalltechnik (c) studiowey

Wien, 15. September 2026

Das Vertrauen der österreichischen Bevölkerung in moderne Schlossvarianten wird durch die Digitalisierung weiter vorangetrieben. Wenn es um die eigene Haustür geht, sind biometrische Schlösser (z.B. Gesichtserkennung oder Fingerabdrucksensor) die beliebteste digitale Variante – auf Platz 1 bleibt jedoch das klassische, rein mechanische Schloss. Das ergab eine repräsentative Umfrage (n = 1.000), die kürzlich von der Landesinnung Metalltechnik der Wirtschaftskammer Wien gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut TQS durchgeführt wurde.

Mittlerweile stehen zahlreiche Systeme zur Auswahl, die unser Zuhause vor ungebetenen Gästen schützen. Wo früher rein mechanisch mit Metall gearbeitet wurde, können heutzutage elektronische und digitale Elemente für noch mehr Sicherheit sorgen. So erkennen biometrische Schlösser einzigartige körperliche Merkmale wie Fingerabdruck, Gesicht oder Iris, und haben genau wie das digitale Zahlencodeschloss den Vorteil, dass kein Schlüssel verloren gehen kann. Alternativ kann man sich aber auch ein Schloss einbauen lassen, das sich per Handy-App oder NFC- beziehungsweise RFID-Chip (z.B. Schlüsselkarte in Hotels) entsperren lässt. Welche dieser Varianten für die österreichische Bevölkerung in Frage kommen würden, hat die Landesinnung Metalltechnik der Wirtschaftskammer Wien im Rahmen einer repräsentativen Umfrage gemeinsam mit TQS herausgefunden.

Vertrauen entsteht durch Erfahrung
Mit über zwei Drittel der Befragten (69,6 %) genießt das klassische, rein mechanische Schloss weiterhin das meiste Vertrauen der Bevölkerung. Von den digitalen Optionen schneidet das biometrische Schloss am besten ab. Kein Zufall, wie KR Mst. Christian Adamovic, Landesinnungsmeister Metalltechnik der Wirtschaftskammer Wien, weiß: „Das Vertrauen in Funktionen wie Gesichtserkennung oder Fingerabdrucksensoren ist angelernt. Die meisten Handys nutzen diese Art von Sicherung mittlerweile seit über zehn Jahren. Und die Inhalte dahinter sind für viele fast so privat wie die eigene Wohnung.“ Über ein Viertel der Befragten könnte sich auch die Nutzung eines digitalen Zahlencodes (28,9 %) oder NFC- und RFID-Chips (26,6 %) anstelle eines klassischen Schlüssels vorstellen, knapp ein Fünftel eine Schlüssel-App (18,1 %).

Studie Landesinnung Metalltechnik: Welche Art von Schloss auf Haustuere?
Studie Landesinnung Metalltechnik: Welche Art von Schloss auf Haustuere?

Junge treiben Digitalisierung an
Alle vier abgefragten digitalen Schlossvarianten erzielten in der jüngsten Altersklasse, 16 bis 29 Jahre, die höchsten Vertrauenswerte. Fast die Hälfte dieser Gruppe würde über ein biometrisches Schloss nachdenken, mehr als ein Drittel über ein Chip-Schloss und knapp ein Drittel über einen Zahlencode. Die 30- bis 39-Jährigen liegen hingegen nur knapp über dem Durchschnitt, die Altersgruppen über 40 Jahre deutlich darunter.

„Dass moderne Sicherheitsvorrichtungen aktuell vor allem junge Menschen ansprechen, lässt ein zukünftiges Wachstum ihrer Bedeutung in den kommenden Jahren vermuten. Denn es ist davon auszugehen, dass die heutigen Jungen dieses Vertrauen nicht nur beibehalten, sondern es ihren Nachkommen weitergeben werden“, ist sich Adamovic sicher.

Sicherheitstechnik-Lehre vermittelt nötiges Know-how
Ein derartiger Relevanzgewinn digitaler Sicherheitssysteme erfordert auch das Vorhandensein von Fachpersonal, das derartige Vorrichtungen entwickeln, installieren, warten und reparieren kann. „Grundsätzlich sind moderne Schlösser deutlich sicherer als das klassische, rein mechanische Schloss. Aber eben nur dann, wenn sie professionell eingerichtet werden. Damit die steigende Nachfrage bedient werden kann, braucht es also genügend gut ausgebildete Fachkräfte“, so Adamovic.

Um genau diese zu gewährleisten, wurde die Lehre im Bereich der Metalltechnik vor wenigen Jahren neu aufgebaut. Hinzugekommen ist unter anderem das Hauptmodul Sicherheitstechnik, das sich neben den erwähnten Schlossarten auch mit sämtlichen anderen Sicherheitsvorrichtungen wie beispielsweise Alarmanlagen, Safes oder Fluchtwegtüren beschäftigt. Wo Schlosser:innen früher Kenntnisse der Mechanik genügten, brauchen Sicherheitstechniker:innen heute zusätzlich Wissen über Elektronik und digitale Systeme.

Salzburg und Vorarlberg Vorreiter digitaler Schlösser
Neben den Unterschieden zwischen den verschiedenen Altersgruppen lassen sich auch Trends in den einzelnen Bundesländern erkennen. So liegt die Akzeptanz des biometrischen Schlosses in Salzburg, das allgemein am offensten für moderne Sicherheitssysteme ist, bei 46,6 Prozent. In Vorarlberg, dem Land mit der in Summe zweithöchsten Akzeptanz digitaler Schlösser, ist hingegen der Zahlencode mit 41,7 Prozent am beliebtesten. Am skeptischsten sind die Menschen aus der Steiermark, wo das durchschnittliche Vertrauen in die digitalen Schlossvarianten gerade einmal bei 23 Prozent liegt. Weiters zeigt sich bei Personen mit höherem Einkommen eine tendenziell höhere Zuversicht bezüglich moderner Sicherheitssysteme.

Über die Studie
Die Ergebnisse stammen aus einer Mehrthemenumfrage (Omnibusumfrage), die von TQS Research & Consulting im Auftrag der Landesinnung Metalltechnik der Wirtschaftskammer Wien durchgeführt wurde. Die Erhebung erfolgte im Zeitraum vom 02. Juni bis zum 06. Juni 2026 mithilfe der Methode CAWI (Computer Assisted Web Interviews). Befragt wurden 1.000 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren, repräsentativ für Österreich nach Geschlecht, Alter, Bundesland und Bildungsstand. Mehrfachantworten waren möglich.

Über die Lehre Sicherheitstechnik
Sicherheitstechnik ist eines von zwei Hauptmodulen in der Lehre Metalltechnik, die in der Regel dreieinhalb oder vier Jahre dauert. Während Personen, Objekte und Immobilien früher ausschließlich durch mechanische Schlösser geschützt wurden, verwenden moderne Sicherheitsvorrichtungen zusätzlich elektronische und digitale Komponenten. Die Einsatzgebiete sind vielfältig und reichen von Sicherheitstüren, -fenstern und -vorrichtungen über Safes und Tresore, bis hin zu Alarmanlagen und Zutrittskontrollsystemen. Sicherheitstechniker gelten als der Zukunftsberuf innerhalb der Metalltechnik, da sie Sicherheitssysteme aller Art installieren und reparieren können. Neben mechanischen, elektronischen und digitalen Kenntnissen spielt in diesem Job auch ein klares Verständnis von Normen und Vorschriften (z.B. Brandschutz) eine wesentliche Rolle. Zu den Kernkompetenzen zählen etwa Fehlersuche, Reparatur und die Fähigkeit, Systeme verständlich erklären zu können. Mehr Informationen auf BIC.at