25. Februar 2026
Fünf Tipps für die wärmere Jahreshälfte: Heimischer Energiepionier ÖkoFEN gibt Tipps, um Kosten zu senken, Energieeffizienz zu erhöhen – und die eigene Unabhängigkeit nachhaltig auszubauen.
Am 5. März ist Tag des Energiesparens. Wie viele Menschen in diesem besonders strengen Winter im eigenen Geldtaschl gespürt haben, ist das Thema Energiesparen notwendiger denn je. Denn die ungewöhnliche Kälte hat in vielen Haushalten Spuren hinterlassen: „Dieser Winter hat uns deutlich vor Augen geführt, dass niemand am Thema ‚nachhaltig Energiekosten senken‘ vorbeikommt. Wir können nur entscheiden, ob wir dies früher tun wollen oder warten, bis es noch teurer wird“, so Stefan Ortner, Geschäftsführer des oberösterreichischen Energiepioniers ÖkoFEN. >> 5 Tipps zum Energiesparen in der warmen Jahreszeit
Tipp 1: (Schrittweise) investieren und Ersparnis teilweise reinvestieren
„Grundsätzlich wirken sich Investitionen in den eigenen Energiebedarf langfristig immer positiv aus“, so Ortner und sieht das höchste Einsparpotenzial für Privathaushalte nicht beim Strom, sondern bei der Heizung: „Wir müssen uns klar sein, dass Wärme 70 Prozent unseres Energiebedarfs im Haushalt ausmacht, daher liegt bei der Heizung auch das größte Einsparpotenzial“.
Kostenersparnis: Und er rechnet am Beispiel Einfamilienhaus vor: Wer von fossilem Brennstoff auf Pelletsheizung oder Wärmepumpe umsteigt, kann typischerweise mit einem Kostenschwund von bis zu EUR 1.000,- im Jahr rechnen. Hinzu kommt, dass seit 2. Februar die Förderung des Bundesministeriums nur noch für einen solchen „Kesseltausch“ vergeben wird (ca. 30 Prozent der Kosten), das verbleibende Förderbudget also ausschließlich dem Kesseltausch der Österreicher:innen zugutekommt. Insofern kann man derzeit gut berechnen, wie kurz es braucht, bis sich die Investition „ausgezahlt“ hat – die Kostenersparnis besteht jedoch dauerhaft. Wer die Förderhöhe genau wissen will, kann auch den kostenlosen Förderrechner von ÖkoFEN verwenden.
Tipp 2: Vom Verbraucher zum aktiven Energieakteur
„Die meisten Menschen sind leider noch immer gewohnt, sich bei Strom und Wärme als reine ‚Verbraucher‘ zu sehen – mit all dem Ausgeliefertsein für das eigene Haushaltsbudget. Technisch betrachtet ist dieses Modell – egal ob für Wohnungsbesitzer oder Häuslbauer – längst überholt. Es gibt für fast alle Wohnsituationen die Möglichkeit, sich an der Energiewende zu beteiligen und zum privaten Energieakteur zu werden – zum Beispiel eine Kombi aus Balkon-Photovoltaik und Stromspeicher“, weiß Ortner. Timing ist allerdings entscheidend: So rechnen sich Stromspeicher schneller, wenn sie vor dem Sommer angeschafft werden, da die Kostenersparnis durch PV im Sommer höher ist als im Winter. Und auch die diesbezügliche Förderung, die beim Sparen hilft, ist an das richtige Timing geknüpft, denn der erste Call für die Speicherförderung startet schon am 24. April! „Wichtig ist,“ so der Energieexperte, „die Planung davor bereits fertig zu haben, damit sofort nach Öffnung der Fördertöpfe schnell und korrekt eingereicht werden kann.“
Kostenersparnis: Wer auf einen Batteriespeicher upgradet, um die selbsterzeugte Energie auch abends zu nutzen, kann bei einem Einfamilienhaus typischerweise von einer Kostenersparnis von rund 400 EUR im Jahr ausgehen.
Tipp 3: Maximale Einsparung: Strom & Heizung als Einheit denken
„Die Zeiten, wo für den Strom der Elektriker zuständig war und für die Heizung der Installateur, neigen sich dem Ende“, so Ortner und nennt ein Beispiel: „Der höchste Kostentreiber bei der Wärmepumpe war bisher der Stromverbrauch. Wer einen Teil des benötigten Stroms über die PV selbst produziert und im eigenen Speicher auf Abruf hat, erhöht seinen Eigenverbrauch. Intelligente Systeme, die an einen dynamischen Stromtarif gekoppelt sind, beziehen dann – je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit – immer den günstigsten Strom für die Wärmepumpe, dadurch ändert sich die Kostenrechnung auch für die Heizung grundlegend!
Deswegen macht es langfristig Sinn, Strom und Heizung gemeinsam zu denken. Gesamtlösungen für Wärme und Strom aus einer Hand sind dabei weniger fehleranfällig als IT-Schnittstellen von verschiedenen Geräteherstellern – was den technischen Know-how-Druck auf die Bewohner verringert. „Hier gibt es zwar noch viele Vorurteile, aber eine smarte Gesamtlösung ist technisch nicht aufwändiger zu bedienen, als ein Smartphone“, so Ortner.
Tipp 4: Das eigene Nutzungsverhalten auch im Frühling reflektieren
Es gibt viele Aspekte im eigenen Nutzungsverhalten, die deutlichen Einfluss auf die anfallenden Kosten haben. Gerade im Frühling, wo die Temperaturen stark schwanken, ist es wichtig, sein eigenes Nutzungsverhalten täglich anzupassen: „Wenn es wärmer wird, gerät die Heizung oft eher in Vergessenheit. Aber auch und gerade in der Übergangszeit gilt: Wer die Raumtemperatur um nur 1 Grad verringert, reduziert die Wärmekosten bereits um 5-6 Prozent, bei 2 Grad weniger hat man also schon 10 Prozent der Kosten eingespart“, so Ortner. Auch Stoßlüften statt dauergekippter Fenster hat deutlichen Einfluss auf den Wärmeverbrauch. Und wer den Schritt zu einer Photovoltaikanlage schon gemacht hat, sollte sein Nutzungsverhalten daran anpassen: Waschmaschine oder Luftentfeuchter werden dann eher bei Sonnenschein eingeschaltet, um den Eigenverbrauch des selbsterzeugten Stroms zu erhöhen.
Tipp 5: Unabhängigkeit schrittweise erhöhen
Das Thema Abhängigkeit ist – egal ob politisch, wirtschaftlich oder ökologisch – extrem bedeutsam, wenn es um das Thema Energie geht. „Wir müssen nicht alle Selbstversorger oder Energie-Einsiedler werden“, ist Ortner überzeugt. „Es geht vielmehr darum, eine bewusste Entscheidung zu treffen, von welchen Energieträgern oder welchen Netzwerken ich mich mit meinem Energiebedarf abhängig machen möchte – und bis zu welchem Grad.“ Auch bei Blackout-Szenarien wird das Thema Abhängigkeit schnell sicht- und spürbar. „Hier ist es wichtig, blackout-fähige Systeme zu bevorzugen“, empfiehlt Ortner. Die Erhöhung der eigenen Unabhängigkeit ist aus seiner Erfahrung ein Prozess: „Wichtig ist, den ersten Schritt zu setzen – und sei es nur ein kostenloses Gespräch durch einen Energieberater, um zu sehen, welche Optionen ich habe“, rät Ortner.

