Himmelhoch

Erlebnisfaktor als entscheidender Wettbewerbsvorteil:Wie Banking-Apps sich zur besseren Bank entwickeln

Michaela Schneider (c) zeb

Wien, 15. September 2026

zeb Mobile Banking Studie 2026 zeigt: Banking-Apps werden zum zentralen Touchpoint zwischen Bank und Kunden. Wer mit einem überzeugenden Erlebnis punktet, kann bessere Voraussetzungen für Kundenbindung, -gewinnung und Wachstum schaffen.

Mobile Banking ist weit mehr als die Verlängerung des Girokontos: Digitale Services sind bereits für 70 Prozent der Bankkunden – über alle Altersgruppen hinweg – von großer Bedeutung. Das zeigt die aktuelle Mobile Banking Studie 2026 der zeb.Austria, die das mobile Angebot von Banken aus Kundensicht beleuchtet.

Die Entwicklung geht weit über die reine Digitalisierung bestehender Bankservices hinaus: Die Bank wird zur App. Was früher neben Filiale, Telefon oder Website ein Kanal unter vielen war, ist heute für viele Kunden der wichtigste Zugang zur Bank.

„Die Banking-App ist heute nicht mehr nur die digitale Filiale für alltägliche Transaktionen. Sie ist das ganz persönliche Finanz-Cockpit und ein wesentlicher Teil, wie Kunden ihre Bank erleben. Damit wird sie zum strategischen Wettbewerbsfaktor“, weiß Michaela Schneider, Partnerin bei zeb.Austria.

Mehr Bankkontakte über die App
Die Häufigkeit des Kundenkontakts hat sich grundlegend verändert. Fanden früher Filialbesuche einige Male im Jahr statt, kann die Bank heute ihre Kunden über die App mehrmals täglich erreichen: beim Prüfen des Kontostands, beim Bezahlen, Sparen oder wenn eine finanzielle Entscheidung ansteht. Finanzberatung wird in den digitalen Alltag integriert. Bereits jetzt setzen nur noch 16 Prozent der Kunden ausschließlich auf den persönlichen Kontakt, hybride Kundenbeziehungen – sprich persönlicher und digitaler Kontakt via App – bleiben aber weiterhin wichtig.

Die hohe Frequenz macht die App zu einer Chance und Herausforderung zugleich. Denn jeder Kontakt ist kurz. Umso wichtiger ist es, die Nutzung einfach und angenehm zu gestalten und in wenigen Sekunden einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Zuverlässigkeit und echter Mehrwert tragen so mehr zur Kundenbindung bei als ein rein funktionierender Servicekanal.

Die zeb-Studie betrachtet mehr als 120 potenziell verfügbare Banking-App-Funktionen aus Kunden-Perspektive. Das Ergebnis: Deutliche Potenziale zeigen sich bei spezifischen Finanzprodukten, personalisierten Services oder digitalen Beratungsleistungen. Am besten ausgebaut sind – wenig überraschend – klassische Daily-Banking-Funktionen, wie Konten, Zahlungen und Grundfunktionen von User-Experience und digitalem Onboarding (siehe Grafik). Bei allen untersuchten App-Funktionen zeigt sich, dass einige Banken deutlich besser performen als der Durchschnitt. So bietet etwa eine etablierte österreichische Bank ein digitales Tool für die finanzielle Gesundheit, das den Nutzern hilft, ihre finanzielle Fitness durch personalisierte Brancheneinblicke in Budgetplanung, Sparen, Vorsorge und Geldanlagen zu verbessern.

Die App als entscheidender Teil des Angebots
Wenn das digitale Erlebnis stimmt und gleichzeitig das dahinterliegende Angebot überzeugt, stärkt dies die gesamte Kundenbeziehung. Das kann helfen, Kunden langfristig zu halten, neue Gruppen zu gewinnen und höherwertige Angebote erfolgreich zu platzieren.

Drei Erfolgsfaktoren für Mobile Banking:

  • Zuverlässig, intuitiv und schnell: Kunden erwarten auch online von ihren Banken absolute Verlässlichkeit und nahtlose Abläufe bei Routinetätigkeiten.
  • Mehrwert mit Erlebnisfaktor: Darüber hinaus erwarten Nutzer finanzielle Beratung, Unterstützung und ganz persönliche Vorteile. Angebote rund um das finanzielle Wohlbefinden machen aus einer funktionalen App ein relevantes digitales Kundenerlebnis.
  • Konsequente Verzahnung von Service, Beratung und Vertrieb: Eine digitale Finanzplattform schöpft aus allen Services und kann die relevanten Angebote so miteinander kombinieren, dass sie auf die jeweilige Lebenssituation der Kunden ideal zugeschnitten sind.

Der Differenzierungsdruck steigt bei jenen Leistungen, die über das reine Bezahlen und Verwalten hinausgehen. Gerade für österreichische Banken wird sich der Wettbewerb zunehmend von der Frage „Wer bietet die beste Banking-App?“ hin zu „Welche Bank schafft es, über das Smartphone die relevanteste digitale Beziehung zu ihren Kunden aufzubauen“ verschieben.

Differenzierung entsteht dort, wo die App darüber hinaus echten Mehrwert bietet. Besonders relevant sind für Kunden bereits heute:

  • Angebote, die das finanzielle Wohlbefinden stärken
  • Personalisierte Finanzinformationen und Insights
  • Intelligente Unterstützung bei finanziellen Entscheidungen
  • Durchgängige digitale Prozesse vom Erstkontakt bis zum Produktabschluss
  • Sinnvoll kombinierte Angebote für eine stärkere Kundenansprache

Handlungsdruck für Banken steigt
Aus Sicht der zeb.Austria müssen Banken den Ausbau ihrer mobilen Angebote systematischer und schneller vorantreiben und nicht als einzelnes IT-Projekt sehen.

„Im Kern geht es beim Mobile Banking um Effizienz – und die Ambitionen der Banken sind groß. Gleichzeitig bietet sich hier die Chance, Apps zu echten Finanzbegleitern weiterzuentwickeln: Sie können Nutzerinnen und Nutzer dabei unterstützen, ihre Finanzen besser zu verstehen, fundierte Entscheidungen zu treffen und so einen wichtigen Beitrag zur Finanzbildung leisten“, so Christoph Fischer, Senior Manager bei zeb.Austria.

Entscheidend ist nicht eine möglichst lange Liste an Features, sondern eine klare Priorisierung: Welche Kundensegmente und Use Cases sind strategisch relevant? Wo bestehen Lücken? Welche mobilen Fähigkeiten können tatsächlich einen messbaren Beitrag zu Kundenbindung und Geschäftserfolg leisten? Damit kann die App von einem Kosten- und Servicekanal zu einem Treiber für Kundenbindung, Produktdurchdringung und Wachstum werden.

Die zeb Mobile Banking Study 2026 wurde bei 100 Bankinstituten in fünf europäischen Märkten (Österreich, Deutschland, Schweiz, Belgien, Großbritannien) durchgeführt. Dazu wurden mehr als 120 einzelne Funktionen im Bereich Mobile Banking bewertet und durch Testnutzer mittels einer 5-Punkte-Skala bewertet.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie gibt es hier zum Download: Mobile Banking Study | zeb consulting

Über zeb.rolfes.schierenbeck.associates gmbh
Als führende Strategie-, Management- und IT-Beratung bietet zeb Österreich seit 2001 Transformationskompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bereich Financial Services in Europa. Mit dem Hauptsitz in Deutschland (Münster) unterhält zeb insgesamt 15 weitere Büros an internationalen Standorten europaweit. Zu den Kunden zählen neben europäischen Groß- und Privatbanken auch Regionalbanken und Versicherungen sowie Finanzintermediäre aller Art. Bereits mehrfach wurde zeb in Branchenrankings als „Bester Berater“ der Finanzbranche klassifiziert und ausgezeichnet.

Hinweis: zeb.Austria legt großen Wert auf Diversität und die Gleichberechtigung aller Geschlechter. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Aus Sicht von Himmelhoch
Die Mobile Banking Studie 2026 von zeb.rolfes.schierenbeck.associates gmbh zeigt, wie stark sich Banking-Apps vom Servicekanal zum zentralen Kontaktpunkt zwischen Banken und Kund:innen entwickeln. Für österreichische Banken wird damit nicht allein die Zahl digitaler Funktionen entscheidend, sondern deren konkreter Nutzen: intuitive Abläufe, personalisierte Finanzinformationen und digitale Beratung prägen zunehmend das Kundenerlebnis. Bei Himmelhoch sehen wir am Beispiel von zeb.Austria, wie wichtig es für die Kommunikation im Financial-Services-Bereich ist, technologische Entwicklungen mit ihrem tatsächlichen Mehrwert verständlich zu verbinden. Gerade bei Mobile Banking schafft diese Einordnung Orientierung zwischen Digitalisierung, Kundenbindung und Finanzbildung.