Berlin, 22. April 2026
Müdigkeit gehört für viele Frauen in Deutschland zum Alltag. Der aktuelle Frauengesundheitsreport von Pure Encapsulations® in Zusammenarbeit mit YouGov zeigt anlässlich des Tags der Frauengesundheit am 28. Mai, wie stark Schlafprobleme und Erschöpfung den Alltag von Frauen prägen. 72 % fühlen sich im Alltag häufig müde oder erschöpft, unabhängig davon, wie lange sie geschlafen haben. 78 % haben gelernt, Müdigkeit hinzunehmen und weiter zu funktionieren. Gleichzeitig bleibt Schlaf für viele nicht erholsam: 59 % wachen täglich oder mehrmals pro Woche nicht erholt auf, 57 % beurteilen ihre Schlafqualität als schlecht.
Anlässlich des Tags der Frauengesundheit am 28. Mai präsentiert Pure Encapsulations® bereits zum dritten Mal den Frauengesundheitsreport. Die aktuelle repräsentative Studie unter 1.050 Frauen in Deutschland, durchgeführt von Pure Encapsulations® gemeinsam mit YouGov, zeigt, wie stark Müdigkeit und Erschöpfung normalisiert oder im medizinischen Kontext nicht ernst genommen werden. Schon der Blick auf Erholung und Schlaf macht die Belastung sichtbar: 43 % sagen, ihr Alltag lasse nicht ausreichend Raum für Erholung, 41 % sehen zu wenig Raum für ausreichend Schlaf. Gleichzeitig wachen 59 % täglich oder mehrmals pro Woche nicht erholt auf, 57 % beurteilen ihre Schlafqualität als schlecht und 72 % fühlen sich im Alltag häufig unabhängig von ihrer Schlafdauer müde oder erschöpft. Entscheidend ist damit nicht die Schlafdauer allein, sondern wie erholsam Schlaf unter den Bedingungen des Alltags überhaupt sein kann.
Müdigkeit wird normalisiert, Frauen funktionieren weiter
Müdigkeit ist für viele Frauen in Deutschland Alltag. 78 % haben gelernt, Müdigkeit hinzunehmen und weiter zu funktionieren. 68 % ignorieren ihre Erschöpfung häufig, um ihren alltäglichen Verpflichtungen nachzukommen, 50 % erleben, dass Müdigkeit oder Schlafprobleme von anderen verharmlost oder als normal dargestellt werden. Gleichzeitig stehen viele unter Druck, trotz Erschöpfung weiter zu funktionieren: 72 % stimmen dieser Aussage zu. Erschöpfung wird damit im Alltag vieler Frauen mitgetragen und zu selten als Warnsignal ernst genommen.
„Wenn Frauen lernen, Müdigkeit als normal hinzunehmen, und gleichzeitig erleben, dass Beschwerden medizinisch oder gesellschaftlich relativiert werden, entsteht ein Kreislauf aus Funktionieren, Zweifel und verspäteter Abklärung. Genau hier braucht es mehr Sensibilität, mehr Wissen und einen anderen Umgang mit weiblicher Erschöpfung“
– Tina Werner, Wissenschaftliche Leiterin der Initiativen zur Frauengesundheit bei Pure Encapsulations®.
Erschöpfung folgt gesellschaftlichen Erwartungen
Die Zahlen zeigen deutlich, dass weibliche Erschöpfung nicht nur individuell entsteht. Von Frauen wird stärker erwartet, im Alltag zu funktionieren als von Männern, das sagen 75 % der Befragten. 80 % sagen, auch dann noch gepflegt und belastbar sein zu müssen, wenn sie müde und erschöpft sind und 73 %, dass sie trotzdem organisiert und emotional verfügbar sein müssen. Dazu passt, dass 71 % ihre eigenen Bedürfnisse häufiger hinter berufliche oder familiäre Anforderungen zurückstellen und 60 % mehr emotionale Verantwortung tragen als andere in ihrem Umfeld. Erschöpfung ist damit auch eine Folge gesellschaftlicher Erwartungen.
Care-Arbeit unterbricht Schlaf und verstärkt Erschöpfung
Wie eng Erschöpfung mit den realen Bedingungen des Alltags zusammenhängt, zeigt der Blick auf Care-Arbeit. Bei den Frauen mit regelmäßiger Care-Verantwortung liegt die nächtliche Hauptlast meist bei ihnen selbst: 61 % sagen, dass sie diese überwiegend alleine tragen. 22 % teilen sie sich etwa gleich mit dem Partner, nur 4 % sehen den Partner überwiegend in der Verantwortung. 55 % sagen, dass ihr Schlaf durch Care-Verantwortung regelmäßig unterbrochen wird. Schlafmangel zeigt sich damit als eine Frage ungleich verteilter Verantwortung.
„Viele Frauen merken erst spät, wie sehr sich Stress, Anspannung und dauerhafte Verantwortung auf ihren Schlaf auswirken. In meiner Arbeit zeigt sich immer wieder: Erholsamer Schlaf beginnt nicht erst in der Nacht, sondern bei der Frage, wie belastet Frauen tagsüber sind. Was hilft, sind realistische Veränderungen im Alltag, die Entlastung schaffen und dem Körper wieder Regeneration ermöglichen.“
– Dr. Elke Doppler-Wagner, Schlafexpertin und Schlafcoach, diplomierte Chronotrainerin für Stress- und Konfliktbewältigung.
Erschöpfung wird medizinisch nicht ernst genommen
Die Studie zeigt auch, dass Frauen mit ihren Beschwerden im medizinischen Kontext oft nicht durchdringen. Unter jenen, die wegen Müdigkeit oder Schlafproblemen bereits ärztliche Hilfe gesucht haben, sagt mehr als die Hälfte (53 %), dass sie sich im medizinischen System eher nicht oder überhaupt nicht ernst genommen fühlen. 46 % sagen grundsätzlich, dass ihre Erschöpfung medizinisch nicht ausreichend ernst genommen wird. 26 % geben an, dass ihre Beschwerden bereits auf Zyklus oder PMS zurückgeführt wurden, ohne andere Ursachen zu prüfen. 19 % der Frauen, die keine ärztliche Hilfe gesucht haben, befürchten, nicht ernst genommen zu werden. Ebenso sollten körperliche Ursachen stärker mitgedacht werden: Unter den Frauen, die wegen Müdigkeit oder Schlafproblemen bereits ärztliche Hilfe gesucht haben, wurde bei 26 % schon einmal ein Mikronährstoffmangel festgestellt. „Statt anhaltende Erschöpfung vorschnell zu normalisieren oder einseitig psychisch oder hormonell zu erklären, braucht es einen umfassenderen Blick. Insbesondere auf die Schlafqualität, die Belastung des Nervensystems und die Versorgung mit essenziellen Mikronährstoffen. Genau diese gründliche Einordnung fehlt Frauen im Alltag und im medizinischen Kontext noch zu oft“, ergänzt Tina Werner. Auch darüber hinaus zeigt sich ein klares Muster: 70 % sagen, dass Frauen medizinisch oft anders bewertet werden als Männer, 67 % sehen im männlichen Körper noch immer den medizinischen Standard. Die Zahlen zeigen, wie häufig Erschöpfung bagatellisiert wird, statt sie gründlich abzuklären.
„Schlafprobleme und Erschöpfung werden bei Frauen noch immer zu oft bagatellisiert oder vorschnell erklärt. Aus schlafwissenschaftlicher und psychologischer Sicht ist das problematisch, weil schlechter Schlaf ein ernst zu nehmendes Signal sein kann und gründlich abgeklärt werden sollte. Gerade hier braucht es einen genaueren Blick auf Symptome, statt sie vorschnell als normal abzutun.“
– Dr.in Brigitte Holzinger, Schlafforscherin, Psychologin und Leiterin des Instituts für Bewusstseins- und Traumforschung in Wien.
Belastung verdichtet sich in der Lebensmitte
Besonders deutlich zeigt sich die Belastung bei den 35- bis 54-jährigen Frauen. In dieser Altersgruppe fühlen sich 78 % im Alltag häufig müde oder erschöpft, unabhängig davon, wie lange sie geschlafen haben. 65 % wachen täglich oder mehrmals pro Woche nicht erholt auf, 63 % beurteilen ihre Schlafqualität als schlecht. 82 % haben gelernt, Müdigkeit hinzunehmen und weiter zu funktionieren, 74 % ignorieren ihre Erschöpfung häufig, um ihren alltäglichen Verpflichtungen nachzukommen. Gerade in dieser Lebensphase verdichten sich Schlafprobleme, Alltagsdruck und Erschöpfung besonders stark.
Für den Frauengesundheitsreport 2026 wurden im April 2026 insgesamt 1.050 Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren in Deutschland online befragt. Die Erhebung wurde von Pure Encapsulations® und YouGov durchgeführt. Die Daten wurden nach Alter und Region quotiert und gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Frauen in Deutschland im Alter von 18 bis 65 Jahren.
